Auf der Mitgliederversammlung des Waldbauvereins Trifels am 19.11.2021 wurde der Vereinsvorsitzende neu gewählt. Der seit März 2020 amtierende Franz Völker hatte die Vereinsgeschicke interimistisch geleitet und zur Neuwahl eingeladen. Die Mitglieder wählten Verbandsbürgermeister Christian Burkhart einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Burkhart ist selbst Waldbesitzer.

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Mitgliederversammlung 2021

19.11.2021 - 19:00 h
Hohenstaufensaal Annweiler

Waldprämie für nachhaltige Bewirtschaftung

Wie Franz Völker berichtete, stellte die Bundesregierung im Rahmen des Konjunkturpakets 500 Mio Euro für den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder in Form einer einmaligen flächenwirksamen Prämie zur Verfügung. Damit werden Waldeigentümer finanziell unterstützt, die sich mit einer aktiven, nachhaltigen und verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung trotz der widrigen Umstände gegen den Klimawandel stemmen und das auch dokumentieren. Für die Mitglieder des Waldbauvereins wurde dies durch eine Zertifizierung anerkannt.

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Waldpolitische Perspektiven

Über aktuelle waldpolitische Perspektiven referierte Günter Franz, Abteilungsleiter in der Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt. Er hob hervor, dass die Wertschätzung des Waldes in Politik und Gesellschaft sich auch in der finanziellen Förderung des Kommunal- und Privatwaldes deutlich widerspiegelt. Auch in naher Zukunft sei mit weiteren Verbesserungen der öffentlichen Leistungen zu rechnen.

Waldbauvereine wichtig für klimastabilen Umbau des Waldes

Dabei komme den Waldbauvereinen aus der Sicht des Staates eine zentrale Bedeutung zu, betonte Franz. Das sehe man auch daran, dass es beispielsweise sogar Prämien für neu gewonnene Mitglieder gebe, um den Organisationsgrad der Waldbauvereine zu erhöhen. Der Klimawandel und die Zeit der Pandemie haben das Bewusstsein, wie wichtig unser Wald ist, deutlich geschärft. Dabei knüpfte Günter Franz an die Aussagen über die grundgesetzlich verbrieften Eigentumsrechte im Privatwald an und stellte klar, dass niemand daran denkt, das Privatrecht in Frage zu stellen, auch wenn die öffentliche Förderung zunimmt. Es ist beispielsweise zu erwarten, dass künftig auch die Erstaufforstung und die Jungwald-Pflege gefördert wird.

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Unfallrisiko bei Baumfällarbeiten

Die Zertifizierung der Mitgliedsflächen im Privatwald setzt unter anderem auch voraus, dass die Unfallverhütungsvorschriften der zuständigen Berufsgenossenschaft eingehalten werden. Dazu machte Werner Öchsler von der Berufsgenossenschaft für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau deutlich, wie gefährlich die Arbeit im Privatwald ist. Vor allem im engeren Fällbereich, rund um den zu fällenden Baum, besteht ein hohes Unfallrisiko. Daher wird die Fälltechnik immer weiter entwickelt und versucht, das Risiko zu minimieren.